Der DRK-Kreisverband Landkreis Greiz e. V. blickt auf drei erfolgreiche Jahrzehnte zurück. Mit einer umfangreichen Festwoche vom 8. bis 13. September 2025 würdigte die Organisation ihr 30-jähriges Bestehen und bot der Öffentlichkeit tiefe Einblicke in ihre vielseitige Arbeit. Die Veranstaltungsreihe unterstrich die zentrale Rolle des Verbandes in der sozialen Infrastruktur der Region und ehrte das außergewöhnliche Engagement der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter.

Die Entstehungsgeschichte des heutigen Kreisverbandes reicht in das Jahr 1995 zurück, als sich die beiden DRK-Kreisverbände Zeulenroda und Gera-Land zusammenschlossen. Dieser strategische Zusammenschluss ermöglichte es, die Rotkreuzarbeit in der Region zu stärken und ein umfassendes Versorgungsnetzwerk aufzubauen. Seither hat sich der Verband zu einem unverzichtbaren Akteur im Gesundheits- und Sozialwesen des Landkreises Greiz entwickelt.
Das Tätigkeitsspektrum des Verbandes erstreckt sich über nahezu alle Bereiche der sozialen Arbeit: Von der ambulanten und stationären Pflege über den Rettungsdienst bis hin zur Kinder- und Jugendarbeit deckt die Organisation ein breites Leistungsspektrum ab. Diese Vielseitigkeit macht den DRK-Kreisverband zu einem zentralen Baustein der regionalen Daseinsvorsorge.

Die sorgfältig konzipierte Festwoche bot eine ausgewogene Mischung aus informativen Präsentationen, interaktiven Mitmachaktionen und direkten Begegnungsmöglichkeiten zwischen der Organisation und den Bürgern der Region.
Den Auftakt bildete am Montag, den 8. September, eine Ausstellung zur Verbandsgeschichte im Schulungsraum der Sozialstation Am Zeulenrodaer Meer. Parallel dazu präsentierte sich die Sozialstation Auma-Weidatal in Münchenbernsdorf gemeinsam mit dem Hausnotruf-Service. Besucher konnten dabei eine realitätsnahe Einsatzsimulation erleben und erhielten wertvolle Informationen zur Sturzprophylaxe.
Der Dienstag stand im Zeichen der Familienbetreuung und Gesundheitsvorsorge. Die neu etablierte Sozialstation Lebensbaum Greiz stellte ihre Dienste vor, während Eltern die Gelegenheit erhielten, an einem Erste-Hilfe-Kurs für Kinder teilzunehmen. Ein besonderes Highlight war die „Teddyklinik“ in Niederpöllnitz, die Kindergartenkindern auf spielerische Weise medizinische Themen näherbrachte.

Am Mittwoch demonstrierte die Rettungswache Zeulenroda-Triebes ihre Einsatzbereitschaft mit einer realitätsnahen Notfallsimulation auf dem Marktplatz. Der Nachmittag war der besonderen Zielgruppe der Demenzpatienten gewidmet: In der spezialisierten Wohngemeinschaft wurde ein Herbstfest gefeiert, das die Sozialstationen Zeulenroda und Am Zeulenrodaer Meer gemeinsam organisierten.
Der Donnerstag führte die Besucher nach Ronneburg, wo die örtliche Sozialstation ihre Türen öffnete und über die Angebote von Fahrdienst und Hausnotruf informierte. Am Nachmittag lud die Tagespflege Seelingstädt zu einem gemeinschaftlichen Fest ein, das die gesellschaftliche Integration älterer Menschen unterstrich.

Den Freitag prägten verschiedene generationenübergreifende Aktivitäten. In der Kindertagesstätte „Die kleinen Strolche“ in Triebes wurde eine Milchparty gefeiert, während in Hohenleuben das innovative Gesundheitsprojekt „Jolinchen“ präsentiert wurde. Der Abend gehörte dann dem zentralen Festakt im Bio-Seehotel, der den feierlichen Höhepunkt der Jubiläumswoche darstellte.

Die Veranstaltung wurde von hochrangigen Vertretern der Organisation geleitet: Präsident Dr. Ulli Schäfer, Ehrenpräsident Anton Pohlmann und Vorstandsvorsitzende Nadine Hutter führten durch ein abwechslungsreiches Programm. Ein besonderer Programmpunkt war der Impulsvortrag von Dr. Richert, der die einzigartige Stellung des Deutschen Roten Kreuzes als Organisation „sui generis“ – einer Kategorie für sich – beleuchtete. Das kulturelle Programm wurde durch ein Theaterstück der elften Klasse des Gymnasiums Zeulenroda-Triebes und eine Tanzvorführung der Gruppe Kess bereichert.
Den krönenden Abschluss bildete am Samstag ein organisationsübergreifender Ausbildungstag, der die Bedeutung der Zusammenarbeit verschiedener Hilfsorganisationen verdeutlichte. Gemeinsam mit den Kinder- und Jugendabteilungen der Feuerwehren Zeulenroda-Triebes und Langenwolschendorf sowie der Wasserwacht Zeulenroda-Triebes wurde ein umfassendes Übungsprogramm durchgeführt.
Nach einer theoretischen Stationsausbildung am Vormittag folgte am Nachmittag eine realitätsnahe MANV-Übung (Massenanfall von Verletzten) am Strandbad. Diese Simulation ermöglichte es Kindern und Jugendlichen, gemeinsam mit erfahrenen Kräften des Rettungsdienstes und der Wasserrettungsstaffel eine komplexe Einsatzlage zu bewältigen. Solche praktischen Erfahrungen sind von unschätzbarem Wert für die Nachwuchsförderung in den Hilfsorganisationen.

Die erfolgreiche Durchführung der Festwoche zum 30-jährigen Jubiläum demonstrierte eindrucksvoll die Lebendigkeit und Vielseitigkeit der Rotkreuzarbeit im Landkreis Greiz. Die verschiedenen Veranstaltungen boten nicht nur Informationen über die Arbeit des Verbandes, sondern schufen auch wichtige Räume für Begegnung, fachlichen Austausch und gegenseitige Wertschätzung.
Besonders bemerkenswert war die große Resonanz aus der Bevölkerung, die das Vertrauen und die Anerkennung für die Arbeit des DRK-Kreisverbandes widerspiegelte. Die Organisation hat sich über drei Jahrzehnte als verlässlicher und kompetenter Partner im sozialen Miteinander etabliert und trägt maßgeblich zur Lebensqualität in der Region bei.

Mit Blick auf die kommenden Jahre steht der Verband vor neuen Herausforderungen: Der demografische Wandel, veränderte gesellschaftliche Bedürfnisse und die Digitalisierung erfordern kontinuierliche Anpassungen und Innovationen. Die Jubiläumswoche hat jedoch gezeigt, dass der DRK-Kreisverband Landkreis Greiz e. V. bestens gerüstet ist, um auch in Zukunft seinem gesellschaftlichen Auftrag gerecht zu werden und die Menschen in der Region zu unterstützen.



