Was einmal als klassisches Karrierezentrum mitten in der Suhler Innenstadt geplant war, ist nun unter neuem Namen und mit deutlich erweitertem Anspruch Realität geworden: der DRK‑Kompass. Doch der Weg dorthin war länger und überraschender als gedacht – und führte zu einem Ergebnis, das heute weit mehr ist als eine bloße Recruiting‑Anlaufstelle.

Ursprünglich wollte der DRK-Kreisverband Suhl ein Karrierezentrum schaffen, um die damals zahlreichen offenen Stellen im sozialen Bereich schnell und sichtbar zu besetzen. Ein Ort, an dem man potenzielle Mitarbeitende und Ehrenamtliche informieren und direkt ins DRK bringen wollte.
Doch schon früh zeigten sich massive bauliche Probleme am dafür vorgesehenen Gebäude. Wie Vorstandsvorsitzender Sebastian Wächter berichtet, führten „unvorhersehbare Herausforderungen an der Gebäudesubstanz“ zu erheblichen Verzögerungen – verbunden mit der Sorge vor explodierenden Kosten.
Kurz gesagt: Es musste umgedacht werden. Und aus der notwendigen Umplanung entwickelte sich eine neue, größere Idee.
Das Gebäude am Marienstieg 6 – nur wenige Schritte vom Steinweg entfernt – öffnet seit dem 1. März nun als DRK‑Kompass.
Nicht nur als digitale Präsentations- und Informationsfläche, sondern als zentrale Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger, für DRK-Mitarbeitende und Ehrenamtliche.
Der DRK‑Kompass soll Menschen Orientierung geben – bei Fragen zu Beratung, Hilfeangeboten oder Karrieremöglichkeiten. Und er bringt viele DRK-Bereiche unter einem Dach zusammen:
- Hausnotruf
- Erste-Hilfe-Ausbildung
- Jugendrotkreuz
- Ortsgemeinschaft
- DRK-Projektmanagement
- Schulungszentrum
- Karrieresprechstunde
Damit wird das DRK in Suhl noch sichtbarer, nahbarer und erlebbarer.
Ein Jahr dauerte die Bauphase für die großflächige, etwa handballfeldgroße Immobilie. Aufgrund des ursprünglich geplanten Funktionsumfangs lagen die ersten Kostenschätzungen bei bis zu 1,2 Millionen Euro.
Doch das Projekt nahm eine erfreulich andere Richtung:
- umfangreiche Fördermittel
- starke Unterstützung regionaler Unternehmen
- konzeptionelle Einsparungen ohne Qualitätsverlust
So belaufen sich die tatsächlichen Kosten jetzt auf knapp eine halbe Million Euro, also weniger als die Hälfte des Ursprungsbudgets.
Die baulichen Herausforderungen, besonders im Bereich Brandschutz und Technik, waren hoch, schließlich sollte ein sicherer Begegnungs- und Informationsort für Mitarbeitende, Ehrenamtliche und Bürger entstehen. Sicherheit hatte daher oberste Priorität.
„Das Ergebnis überzeugt inhaltlich wie wirtschaftlich“, betont der DRK-Kreisverband.

Neben dem DRK‑Kompass gibt es weitere Entwicklungen im Verbandsgebiet:
- In den vergangenen Monaten konnten rund 1.000 neue Mitglieder gewonnen werden.
- Die zukünftige Nutzung eines technisch modernisierten Einsatzleit-Lkw wird derzeit konzipiert. Er soll künftig als mobiles DRK-Büro dienen – präsent bei Veranstaltungen, um über Karrierewege zu informieren und Beratungsangebote, besonders im Bereich Pflege, anzubieten.
- Ein genauer Starttermin steht dafür noch nicht fest.
Vom geplanten Karrierezentrum zur lebendigen Kontakt-, Beratungs- und Begegnungsstätte:
Der DRK‑Kompass zeigt, wie flexibel und lösungsorientiert das DRK auf Herausforderungen reagiert – und wie aus Hürden neue Chancen entstehen können.
Der DRK‑Kompass ist ab sofort im Marienstieg 6 in Suhl für die Menschen der Region da. Ein Ort, der hält, was sein Name verspricht: Orientierung, Nähe und Unterstützung


