Sterben und Tod sind Teil des Lebens in einer Pflegeeinrichtung für ältere Menschen. Um den Bewohnern der Eisenacher DRK-Pflegeeinrichtung „Haus Fischerstadt„ den letzten Abschnitt ihres Lebens so angenehm wie möglich zu gestalten, beschlossen Hausleitung und Pflegeteam im September 2023, eine Palliativgruppe ins Leben zu rufen. Bei der Palliativgruppe handelt es sich um ein multiprofessionelles Team, bestehend aus einer Pflegefachkraft und Praxisanleiterin, zwei Pflegehelfern und einer Ergotherapeutin sowie einer Betreuungskraft.
Vorbild für die neu gegründete Team war die bereits im trägergleichen Pflegeheim Justusstift bestehende Palliativgrupp. Dort hatte man mit einem vergleichbaren bereits sehr gute Erfahrungen sammeln können. So wurde die Gründung des Teams auch im Haus Fischerstadt gemeinsam mit der Ergotherapeutin vor Ort in Angriff genommen. Beide Teams stehen im stetigen Kontakt, wobei ein Austausch von Erfahrungen und neuen Anregungen im Vordergrund steht.
Eine zusätzliche Qualifikation war für die Mitglieder der Palliativgruppe zunächst nicht erforderlich. Dennoch konnte bereits eines der Mitglieder eine Fortbildung zum ehrenamtlichen Sterbebegleiter vorweisen, welche im Rahmen des ambulanten Hospizdienstes Eisenach mit finanzieller Unterstützung der Heimleitung absolviert werden konnte. Die leitende Ergotherapeutin im Haus, welche diese Qualifikation besitzt, hat schließlich nach Rücksprache mit der Heimleitung dieses Team ins Leben gerufen.
Ziel der Arbeit des neu gegründeten Teams ist die Sicherstellung einer bedürfnisorientierten ganzheitlichen und fachlich fundierten Begleitung der Bewohner des „Haus Fischerstadt“ auf ihrem letzten Lebensweg sowie die Einbeziehung der ihnen vertrauten Angehörigen und Bezugspersonen. Gemeinsam mit dem Team für spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) aus Eisenach sowie dem (ambulanten) Hospizdienst in Eisenach kann eine hohe Qualität der Versorgung sichergestellt und Betroffenen wie Angehörigen Sicherheit und Vertrauen vermittelt werden.
In der kurzen Zeit ihres Bestehens konnte das Team bereits einige Anregungen für mögliche Fortbildungen im Rahmen der Versorgung der Bewohner sowie der Begleitung der Angehörigen zusammengetragen, wobei die Heimleitung gerne Unterstützung leistet.
Ermöglicht werden durch die Palliativversorgung zudem Besuche durch ehrenamtlich Engagierte, die die Bewohner am Ende ihres Lebens nicht alleine lassen und ihnen einen würdevollen Weg bis zum Lebensende ohne Einsamkeit ermöglichen möchten.
„Erstmalig in diesem Jahr haben wir gemeinsam im November zu einem „Trauercafe“ in unserem Haus eingeladen. In einem geschützten Rahmen und in einer wohltuenden Atmosphäre sind einige Angehörige gerne unserer Einladung gefolgt. Nicht nur für Sie, sondern auch für uns war es ein angenehmer Abschluss unserer gemeinsamen Erfahrungen. Innerhalb kürzester Zeit haben wir nach Gründung unseres Palliativteams drei Bewohner aktiv gemeinsam mit ihren Angehörigen in der letzten Phase ihres Lebens begleitet, was auch für uns sehr kräftezehrend war. Es ist nicht nur der Austausch untereinander im Team, sondern auch die Dankbarkeit der Angehörigen, welche uns wieder neuen Aufwind schenkt, genauso weiterzumachen.“, sagt die Teamleiterin.


