Einsamkeit macht krank! So erforschten z.B. Wissenschaftler der französischen Universität Versailles Saint-Quentin-en-Yvelines den Zusammenhang zwischen Einsamkeit und einer höheren Anfälligkeit für psychische Erkrankungen. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie im Mai 2019 im Fachblatt „PLOS ONE“. Der Mediziner Louis Jacob und sein Team nutzten dabei die Daten von 20.500 Menschen aus England, die in den Jahren 1993, 2000 und 2007 an einer Befragung teilnahmen. Die Teilnehmer im Alter von 16 bis 64 Jahren wurden zu ihrer psychischen Gesundheit befragt und ob sie sich einsam fühlen. Im Zeitraum der Untersuchungen stieg die Zahl der Einpersonenhaushalte von 8,8 auf 10,7 Prozent. Gleichzeitig erhöhten sich bei den Befragten die psychischen Erkrankungen. Bei ihren Auswertungen stellten die Forscher fest, dass Alleinlebende 1,5- bis 2,5-mal häufiger an einer psychischen Erkrankung leiden, als Menschen mit stabilen Beziehungen.
Im Alter wächst das Risiko sozialer Isolation. Dies kann verschiedene Gründe haben, u.a. körperliche Einschränkungen, beschäftigte Angehörige und/oder der Verlust früherer Kontakte. Statistisch betrachtet leben beinahe die Hälfte der Frauen ab 65 Jahren allein. Ab einem Alter von 85 Jahren fast 75% der Frauen. Bis 2030 soll die Zahl der Einzelhaushalte auf 80% steigen, davon sollen 60% aus der Altersgruppe der Über-60-Jährigen stammen.
Mit dem Projekt „AGATHE“ soll der Einsamkeit älterer Menschen aktiv begegnet werden, um ihnen ein selbstbestimmtes und selbstständiges Leben in Teilhabe zu ermöglichen. Das durch das Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie initiierte Programm startete im September 2022 im Landkreis Sömmerda und in 11 weiteren Landkreisen und Kreisfreien Städten in Thüringen. Für den gesamten Landkreis Sömmerda stehen Senioren in der Nacherwerbsphase fünf Beraterinnen inkl. Koordination kostenlos mit Rat und Tat zur Seite. Diese beraten zu Fragen des täglichen Lebens, helfen bei bürokratischen Herausforderungen, Unterstützen bei der Suche nach hauswirtschaftlicher oder pflegerischer Hilfe oder fungieren als Vermittler gegen die Einsamkeit. Die Bandbreite der Themen ist kann nicht mit wenigen Worten beschrieben werden . Daher lohnt sich der direkte Kontakt mit einer Agathe-Fachberaterin, welche auch gern persönlich bei Betroffenen vorbeischaut. Neben viel Empathie, einem starken Netzwerk und fachlicher Expertise bringen die Fachberaterinnen vor allem Zeit mit. Gerade diese direkte, schnelle, unbürokratische Hilfe und die für die Senioren barrierefrei zugänglichen Gesprächsangebote der Fachberaterinnen helfen der älteren Generation bei der Überwindung von z.B. Mobilitätsschwierigkeiten.
Das Projekt „AGATHE“ zeigt bereits nach einem Jahr im Landkreis Sömmerda eine sehr positive Entwicklung. Neben kooperierenden Partnern, welche seit Beginn starkes Interesse zeigen, konnten bereits zahlreiche Seniorinnen und Senioren beraten und unterstützt werden. Das Interesse wächst bei den Betroffenen stetig, das beweist die steigende Zahl von Anfragen in den Beratungsstellen. AGATHE sollte daher im Interesse der Seniorinnen und Senioren im Landkreis auch über die Projektphase hinaus fortgeführt werden.
Ansprechpartnerin im DRK-Sömmerda/Artern für das Projekt ist Frau Ellen Wille, die telefonisch unter 0173/969 42 45 oder per E-Mail über agathe@drk-sda.de zu erreichen ist.


